Asien

Kambodscha – ein Land voller Kultur, Landschaft und Natur

Siem Reap, 09.06.-11.06.2016

Gleich nach dem Frühstück nahmen wir Abschied von Laos, fuhren mit dem ersten Boot aufs Festland und warteten dort auf den Bus nach Kambodscha.

WARTEN– das war das Wort des Tages. Bei der Buchung hörte sich die Fahrt ganz entspannt an, Abfahrt Don Det um 8 Uhr, Ankunft in Siem Reap um 16 Uhr. Leider mussten wir schnell feststellen, dass hier alles ein wenig länger dauerte. So warteten wir erst einmal 1,5 Stunden auf den ersten Bus bis zur Grenze. Eine halbe Stunde später dort angekommen stiegen wir aus und gingen mit unserem Gepäck zu Fuß über die Grenze, während wir darauf warteten, dass unser Guide das Visum für uns beantragte. So warteten wir über eine Stunde am Straßenrand auf der Seite von Kambodscha auf unsere Pässe. Die Weiterfahrt nach Siem Reap verzögerte sich auf unbestimmte Zeit und so warteten wir, bis es endlich weiterging.

Plötzlich kam der Guide mit unseren Pässen und teilte uns mit, dass wir bald losfahren und wir ein paar Meter weiter bei dem Bus warten sollen. So marschierten wir mit unserem Gepäck zum Bus und warteten, dass wir endlich losfuhren. Zwei Stunden später war es dann soweit und wir saßen in einem heruntergekommenen, kleinen Minibus – zusammenquetscht mit unserem Gepäck. Da es keine Klimaanlage gab und wir wie Ölsardinen aneinander saßen, lief uns der Schweiß runter und wir warteten darauf, bis diese Horrorfahrt nach einer gefühlten Ewigkeit endlich zu Ende war.

Ich saß direkt am Fenster und beim Blick nach draußen hatte ich das Gefühl, ich bin in einer anderen Welt angekommen. Wir fuhren über eine Stunde quer durch die Wildnis, fernab von jeglicher Zivilisation und ich fragte mich, wann endlich der nächste Ort, ein Haus und Menschen in Sicht waren. Nach über einer Stunde kamen wir endlich in dem Ort Stung Treng in einem Restaurant an und mussten dort auf den nächsten Bus nach Siem Reap warten. So warteten wir auch hier wieder 1,5 Stunden bis unser „neuer“ Bus endlich ankam.

Dieser Minivan sah leider nicht viel besser aus als der andere und ich wollte gar nicht darüber nachdenken, wie ich es über vier Stunden darin aushalten sollte. Das Positive war, dass wir diesmal weniger Leute waren und somit zumindest ein bisschen mehr Platz hatten. Ich setzte mich zusammen mit meinem ganzen Gepäck in die allerletzte Bank und stellte schnell fest, dass es hier hinten nicht einmal mehr eine Lüftung gab. So versuchte ich mit Musik in den Ohren den Ausblick auf die Wildnis von Kambodscha zu genießen und wartete darauf, bis wir endlich in Siem Reap ankamen.

Um kurz nach sieben war es soweit und das Warten hatte endlich ein Ende. Wir kamen an der Bussstation in Siem Reap an und fuhren mit dem Tuk Tuk ins „Siem Reap Hostel“, welches im „Lonley Planet“ empfohlen wird.

Bei der Ankunft im Hotel hatten wir Glück und konnten gerade noch das letzte Doppelzimmer für zwei Nächte inklusive Frühstück zum Preis von 30 $ die Nacht ergattern. Wir waren gleich begeistert von dem schönen, großen Zimmer mit Klimaanlage, Balkon, eigenem Bad und drei Betten. Das Hotel selbst verfügt über einen schönen Indoor-Pool, einer netten Bar mit Happy Hour, einem Kino, einem Kicker- und Billiardtisch. Unser Zimmer war zum Glück das letzte im Gang mit Gartenblick und somit relativ ruhig. Das Dorm-Bed kostet auch schon 10 $ und so konnten wir unseren Aufenthalt in Siem Reap richtig genießen.

Absolut fertig, verschwitzt und übermüdet von dieser Horror-Fahrt freuten wir uns auf eine Dusche und das Abendessen. Wir hatten seit dem Frühstück nichts mehr im Magen und waren beide total ausgehungert. So gingen wir zügig die Straßen entlang in Richtung Zentrum und hielten nach einem netten Restaurant Ausschau. Siem Reap ist sehr überlaufen, touristisch und besteht nur aus Hotels, Bars, Restaurants und Märkten. Wir entschieden uns für Street-Food, da es am schnellsten ging und waren mit unserer Wahl sehr zufrieden. Anschließend bummelten wir über dem Markt und während Tobi mit dem Verhandeln seiner Souvenirs beschäftigt war, gönnte ich mir eine Massage. Das Nachtleben konnten wir nicht mehr mitnehmen, weil wir einfach zu kaputt von der Fahrt waren.

Am nächsten Morgen schlenderten wir nach dem Frühstück durch die Straßen von Siem Reap, über den Markt und am Flussufer entlang. Zum Mittagessen fanden wir ein sehr idyllisches, vegetarisches Restaurant namens „Banlle“ in einer Seitenstraße und waren begeistert von der guten Küche.

Den Nachmittag verbrachten wir am Pool, bevor es um 16 Uhr mit dem Tuk Tuk nach Angkor Wat zum Sonnenuntergang ging. Das Tagesticket kostet 20 $, welches am nächsten Tag auch noch gültig ist, wenn man das Ticket am Vortag erst ab 17 Uhr kauft. Zügig gingen wir die riesige Tempelanlage entlang und hielten nach dem besten Platz für den perfekten Sonnenuntergang Ausschau.

Dieser Ort hat wirklich eine unglaubliche magische Wirkung und ich saugte diese Energie dort förmlich auf. Wir standen an einem kleinen See, an dem ein Pferd im Wasser badete. Der Anblick wie sich der Angkor Wat in dem Wasser des Sees spiegelt, ist wirklich faszinierend. Als die Sonne langsam unterging, mussten wir auch schon die Tempelanlage verlassen, da diese nach dem Sonnenuntergang schließt. Draußen angekommen saßen wir noch eine ganze Zeit am Wasser und ließen das Erlebte auf uns wirken. Hinter uns saß eine Mutter, welche ihr leprakrankes Kind im Schoß wiegte. Der Anblick dieses Elends stimmte mich traurig und es ist wirklich schockierend, wieviel Armut – vor allem bereits bei den Kindern – es in Kambodscha gibt.

Am Rückweg zum Tuk Tuk wurden wir von vielen Kindern angebettelt, Souvenirs für einen Dollar zu kaufen. Auch wenn wir damit die Kinderarbeit unterstützen, musste ich einem kleinen Mädchen Postkarten abkaufen, weil ihr flehender Gesichtsausdruck mir das Herz zerriss.

Schweigend fuhren wir zurück zu unserem Hotel. Dort angekommen wollte Tobi den Pool noch einmal genießen und ich brauchte einen Moment für mich. Das Abendessen verbrachten wir in dem nahegelegenen Restaurant „Wok Republik“ auf der Dachterrasse. Das Essen war vorzüglich und wir genossen die Ruhe, da wir die einzigen Gäste im Freien waren. Zeitig gingen wir ins Bett, da wir am nächsten Morgen bereits um 5 Uhr zum Sonnenaufgang in Angkor Wat von unserem Tuk Tuk-Fahrer abgeholt wurden.

Wir waren froh, die Tempelanlagen so früh besichtigen zu können, da es bereits vor Sonnenaufgang unerträglich heiß war. So pilgerten wir mit den anderen Menschen in die Tempelanlage Angkor Wat und versammelten uns bei einem kleinen See. Dort warteten wir, bis die Sonne hinter dem Angkor Wat endlich aufging. Den Sonnenaufgang fand ich nicht so spektakulär und so gingen wir hinein in die riesige Tempelanlage und wir bestaunten das Bauwerk. Es ist unfassbar, was die Menschen früher geschaffen hatten und wie gut das Mauerwerk noch erhalten ist.

Unser Fahrer brachte uns noch zu weiteren großen Tempelanlagen. Den ersten Tempel „Bayon“ konnten wir besteigen und der Ausblick war gigantisch. Allerdings war es bei der Hitze und ohne Frühstück wirklich extrem anstrengend, den steilen Aufstieg zu meistern.

Die letzte Tempelanlage „Ta Prohm“ hat mich am meisten beeindruckt, da hier deutlich wird, wie sich die Natur im Laufe der Jahre wieder alles zurückerobert. Riesige Bäume umkrallen mit ihren Wurzeln das Mauerwerk, umwuchern den Tempel und wachsen somit wieder empor.

Das größte sakrale Bauwerk der Welt mit eigenen Augen sehen zu können, war für mich ein großer und bewegender Moment. Dieser Ort versprüht so viel Magie und Energie, dass ich noch lange davon zerren werde.

Mittags machten wir uns für 13 $ mit dem Bus weiter in die Hauptstadt nach Phnom Penh.

 

Phnom Penh, 11.06.2016 bis 13.06.2016

Die Busfahrt Richtung Süden verlief angenehm und ich genoss den Ausblick. Kaum hatten wir die belebte Stadt Siem Reap hinter uns gelassen, waren wir auch schon wieder in der Wildnis angekommen. Nur vereinzelt waren auf dem Weg Häuser und Menschen zu sehen. Einige Male wurde uns die Straße von Kühen und Hunden versperrt.

Als wir fünf Stunden später in der Hauptstadt ankamen, machten wir uns mit einem Tuk Tuk auf die Suche nach einer Unterkunft. Das erste Hostel wo wir ansteuerten, war bereits ausgebucht und so fuhren wir ein paar Häuserblocks weiter zu dem „Home Chic Hotel“. Dieses Hotel hat erst seit einem Monat geöffnet und einen tollen Pool dabei. Schnell handelte ich den Zimmerpreis auf 19 $ die Nacht runter und wir freuten uns riesig, als wir in unserem schönen Zimmer ankamen. Endlich hatten wir ein neues Bad, richtige Decken und bequeme Betten. Es brauchte Tobi nicht viel Überredungskünste, dass wir hier doch zwei Nächte verbrachten, anstatt eine. Überzeugte hatte mich vor allem die Sports Bar direkt neben unserem Hotel, da wir unbedingt das erste Deutschland-Spiel der EM live sehen wollten.

Wir relaxten am Pool und gingen zum Abendessen in das nahegelegene „Khmer Restaurant“. In Kambodscha nennt sich die Küche dort „Khmer“, welche meiner Meinung nach auch wieder sehr der thailändischen, laotischen und vietnamesischen ähnelt. Allerdings wird dort noch mehr mit Knoblauch gekocht und das Essen ist etwas fleischlastiger.

Am nächsten Morgen machten wir uns früh zu Fuß auf den Weg zu den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. So gingen wir erst an dem „Wat Langka“ vorbei zum „Independence Monument“ und der „Statue of late King Norodom Sihanouk“. Diese Parkanlage ist wunderschön und wenn es nicht so extrem heiß wäre, könnte dies ein Ort der Erholung sein. Wir marschierten weiter zum „Royal Palace“, der „Silver Pagoda“ und dem „Nationalmuseum“. An der Flusspromenade „Sisowath Quay“ gingen wir weiter in ein nettes Restaurant namens „The Tamarind“, welches orientalische Speisen auf der Karte hatte. Die Tapas waren richtig gut und so gingen wir gestärkt weiter Richtung Norden am „Wat Saravorn“ vorbei, zu dem bedeutendsten „Wat Phnom“. Dieser Tempel ist von einer großen Parkanlage umgeben und wir mussten einige Stufen nach oben steigen, um in das Innere des Tempels blicken zu können.

Vorbei an den beiden höchsten Gebäuden der Stadt „Vattanac und Canada Building“ gingen wir zum dem „Central Market“. Endlich begann es zu regnen und kühlte dadurch ein wenig ab. Der Nachmittag am Pool war sehr erholsam, da es nicht mehr ganz so heiß war.

Das wohl beste Essen hier in Kambodscha hatten wir am Abend im „The Corn“, welches vegetarische Khmer Küche anbietet. Das Essen war das reinste Geschmackserlebnis und der schwarze Khmer Reis schmeckte ganz anders, als der normale. Anschließend fuhren wir mit dem Tuk Tuk zum „Phnom Penh Tower“ und ließen den Abend in der „Eclipse Sky Bar“ ausklingen. Selbstverständlich stellen wir uns pünktlich zum Anpfiff des EM-Spiel Deutschland gegen Ukraine den Wecker und schauten uns das Spiel live an.

Am nächsten Morgen fuhren wir bereits um 7 Uhr mit dem Bus weiter in den Süden nach Kampot. Ich konnte es kaum erwarten, bis ich nach zwei Wochen reisen endlich am Meer angekommen war.

 

Kampot, 13.06.2016 bis 15.06.2016

Die Fahrt in den Süden Kambodschas war sehr aufregend für mich und ich freute mich darauf, endlich das Meer erblicken zu können. Als wir durch den kleinen Ort Kep fuhren überlegten wir kurz, ob wir nicht spontan hier aussteigen und eine Nacht bleiben sollten. Wir fuhren dann doch die 25 km weiter nach Kampot und beschlossen, mit den Rollern nach Kep zu fahren.

Kampot selbst liegt am Fluss, welcher direkt ins Meer mündet. Diese kleine Stadt hatte gleich eine positive Wirkung auf mich und so fuhren wir mit dem Tuk Tuk in unser Hotel „Kool Kampot“, welches wir ebenfalls über TripAdvisor rausgesucht hatten. Der Manager des Hotels ist Australier und wir bekamen ein schönes Zimmer mit eigenem Bad und Balkon für 12 $ die Nacht. Wir gingen gleich zu Fuß ins Zentrum, welches nur zehn Minuten entfernt ist und freuten uns auf das Mittagessen.

Wir fanden ein süßes, kleines Lokal namens „Epic Arts Café“. Der Kellner brachte uns einen Zettel, worauf wir unsere Bestellung ankreuzen konnten. Erst waren wir verwirrt und dachten uns, was das für eine Papierverschwendung ist. Als wir in die Speisekarte blickten, verstanden wir das System und waren begeistert. Im „Epic Arts“ arbeiten überwiegend taubstumme oder körperbehinderte Menschen. Durch den Bestellzettel war es auch den taubstummen möglich, unsere Bestellung aufzunehmen. Das Essen war hervorragend und das Personal sehr freundlich. Ein Besuch in diesem Café ist wirklich empfehlenswert.

Nebenan war gleich ein Massagestudio und so beschlossen wir, uns endlich mit einer traditionellen „Khmer Massage“ verwöhnen zu lassen. Nachdem wir in unser „Khmer Kleidung“ angezogen hatten, entspannten wir uns eine Stunde lang für 6 $ und fanden die „Khmer Massage“ sehr angenehm.

Anschließend machten wir mit einem Holz-Katamaran für 5 $ eine zweistündige Schifffahrt und genossen dort den Sonnenuntergang. Nachdem wir einen kurzen Badestopp am Fluss machten, drehten wir mit dem Boot um und auf einmal verfärbte sich der Himmel in lauter unterschiedliche Farbtöne aus rot, orange, gelb, lila und blau. Es war faszinierend, dieses Farbspiel zu betrachten und ich konnte mich gar nicht mehr davon satt sehen. Dies war einer der gigantischsten Sonnenuntergänge und ich genoss diesen Moment sehr.

Wir stiegen um in ein anderes Boot und konnten für 3 $ weitere zwei Stunden am Schiff verbringen. Der Kapitän hat mir gleich einen Stuhl neben sich gesichert und so durfte ich auch das Steuerrad halten. Bei völliger Finsternis fuhren wir flussabwärts auf der Suche nach den Glühwürmchen. Als wir bei den Bäumen angekommen waren, in denen die Glühwürmchen sich aufhielten, konnte ich nicht glauben, dass dies keine Weihnachtsbeleuchtung war. Der ganze Baum war hell erleuchtet, von dem Blinken der vielen Glühwürmchen. Es war spektakulär dieses Leuchten in der Finsternis betrachten zu können. Je weiter wir fuhren, desto mehr Glühwürmchen sahen wir noch in den Bäumen blinken. Während der Fahrt versuchte der Kapitän mir die „Khmer Sprache“ zu lernen. Nach dieser schönen Bootstour kehrten wir gleich am Pier in das Restaurant „RikiTikiDavi“ ein und genossen das leckere Essen.

Ich erwachte pünktlich zum Sonnenaufgang, welchen ich von unserem Balkon aus bestens sah. Da wir an diesem Tag zum „Bokor Mountain“ wollten, fuhren wir früh los. Zuvor stärkten wir uns noch mit einem Frühstück im „Epic Arts Café“. Die Fahrt mit dem Roller auf 1000 Höhenmeter dauerte ca. eine Stunde. Lange überlegten wir, ob wir einen oder zwei Roller nehmen sollten. Bei dieser weiten und vor allem kurvenreichen Strecke entschieden wir uns zum Glück für zwei Roller. Im Nachhinein waren wir darüber sehr froh und ich kann jedem nur empfehlen, nicht zu zweit auf den „Bokor Mountain“ zu fahren, da die Strecke teilweise sehr steil ist.

Die Fahrt durch die schöne Landschaft des Nationalparks war sehr beeindruckend und wir hatten jede Menge Spaß mit unseren Rollern. Immer wieder blieben wir bergauf stehen und genossen den schönen Ausblick auf die kleine Stadt Kampot. Als wir am „Bokor Mountain“ angekommen waren, machten wir gleich einen Fotostopp vor der riesigen Buddha-Statue am Berg. Anschließend gingen wir weiter zu der „Ghost-Town“. Die leerstehenden Häuser hatten eine magische Wirkung auf uns und eigneten sich hervorragend zum Fotografieren.

Wir fuhren weiter durch den Nationalpark zu dem Wasserfall, der katholischen Kirche, dem Hotel und Casino und stoppten bei einem riesigen, leerstehenden französischen Kolonialbau. Dieser Ort war faszinierend und gruselig zu gleich. Das Haus war riesig und so gingen wir jedes Stockwerk einzeln ab. Plötzlich wurden wir von einem Gewitter überrascht und waren froh, dass wir uns in dem Haus unterstellen konnten. Zum Glück saßen wir nicht auf dem Roller, was bei den Serpentinen schlecht ausgehen hätte können. Durch den Regen wurde es ganz schön kalt und so begann ich zum ersten Mal auf meiner Reise zu frieren. Als der Regen nachließ, fuhren wir wieder zurück nach Kampot, bevor das nächste Gewitter aufzog.

Der Bokor Nationalpark ist wirklich empfehlenswert, besonders, wenn man selbst mit dem Roller durchfährt. Wir aßen bei einem kleinen indischen Restaurant Mittag und fuhren weiter mit den Rollern nach Kep. Dort saßen wir am Meer und warteten auf den Sonnenuntergang.

Abends gingen wir in Kampot italienisch essen ins „Divino“, welches von Italienern geführt wird und sehr gute italienische Küche anbietet. Ich freute mich auf die Weiterfahrt auf die Insel Koh Rong Samloem am nächsten Morgen und träumte in dieser Nacht wie so oft vom Tauchen.

Bevor wir mit dem Bus nach Sihanoukville fuhren, gingen wir noch ein letztes Mal zum Frühstücken ins „Epic Arts Café“ und verabschiedeten uns von dem netten Personal. Kampot ist auf jeden Fall eine Reise wert und für mich einer der schönsten Orte in Kambodscha.

 

Koh Rong Samloem, 15.06-18.06.2016

Wir fuhren um 8 Uhr mit dem Minivan von Kampot nach Sihanoukville und mussten dort in das Speed-Boot einsteigen, bevor wir auf der Insel Koh Rong Samloem ankamen. Die Weiterfahrt kostete uns 23 $, welche man auch günstiger haben kann, wenn man anstatt dem Speed-Boot das Supply-Boot für 5 $ bucht.

Bevor das Speed-Boot abfuhr, relaxten wir noch am Strand und ich war überglücklich, als ich mit meinen Füßen endlich im Meer stand. Tobi verhandelte derweil mit Anny, über eine Pediküre oder Fußmassage. Aus Zeitgründen verabschiedeten wir uns von Anny und versprachen ihr, bei unserer Rückkehr nach Sihanoukville uns von ihr massieren zu lassen.

Die Fahrt mit dem Speed-Boot dauerte 40 Minuten und wir steuerten als erstes die kleine Insel Koh Rong Samloem an, bevor das Boot weiter auf die große Insel Koh Rong fuhr. Als wir das Pier entlang gingen bemerkten wir, dass wir hier die einzigen Touristen waren. Auf dieser Insel gibt es keinen Motorverkehr, sondern nur Bootsverkehr. Ein kleiner Junge wollte uns sein Hotel empfehlen, aber auf diesem abgeschiedenen Strandabschnitt wollten wir nicht bleiben. So fragten wir einen westlichen Mann, wo wir hier überhaupt sind und wie wir zu dem Strand gelangen, wo die Tauchschule ist. Es blieb uns nur die Möglichkeit, ein Taxiboot für 20 $ zu nehmen.

Die Tauchschule „Reef Dive Resort“ befindet sich direkt am Pier von M´Pai Bay. So gingen wir direkt dorthin und wurden von dem Österreicher Ruby gleich freundlich mit einem Bier begrüßt. Kurz darauf kam mein thailändischer Freund Pong, welchen ich von Koh Tao kenne. Er lebt jetzt seit einem Monat auf der Insel und arbeitet als Divemaster für die Tauschule. Ich buchte gleich vier Tauchgänge gemeinsam mit ihm und Tobi wollte am nächsten Tag ebenfalls mit dem amerikanischen Tauchlehrer Sean tauchen gehen.

Wir fanden für 20 $ die Nacht einen schönen Bungalow im nahegelegenen Resort „Sunset Bungalow“, welcher mitten im Dschungel mit Meerblick war. Abends gingen wir mit den Leuten von der Tauchschule in das Restaurant „Dragon Fly“, welches von einer Schottin und einer Deutschen betrieben wird. Da wir seit dem Frühstück nichts mehr gegessen hatten, bestellen wir gleich drei Gerichte und freuten uns darauf, endlich mal wieder richtig guten Käse zu essen. Das Restaurant ist wirklich sehr empfehlenswert. Das Highlight waren die leckeren Cocktails, vor allem der Liquid Bounty.

Am nächsten Tag gingen wir gleich nach dem Frühstück zur Tauchschule und fuhren mit dem Longtailboot zum ersten Tauchplatz. Da Tobi noch keinen Tauchschein hat, machte ich den ersten Tauchgang alleine mit Pong. Wir entschieden uns Maktrotauchen zu gehen und Pong nahm seine Kamera mit. Den zweiten Tauchgang machten wir gemeinsam mit Tobi und Sean. Wir starteten erst bei dem Wrack und tauchten anschließend weiter über den Sand auf der Suche nach einem Seepferdchen. Am Ende des Tauchgangs dachte ich schon, dass wir kein Glück hatten, als Sean plötzlich ein Seepferdchen entdeckte. Es ist so schön, diese kleinen Tiere im Wasser zu beobachten und faszinierend, wie gut sie sich tarnen können. Ich war überglücklich und hatte zwei tolle Tauchgänge, vor allem, weil wir viele kleine Unterwassertiere wie Krabben, Schnecken und Clown-Fische sahen.

Als wir zurück in unserem Bungalow waren, stellte ich fest, dass ich am Weg meine GoPro verloren hatte und rannte gleich zurück. Zum Glück hatte ein kleines Mädchen diese im Sand gefunden und bei der nächsten Bar abgegeben. Am Rückweg kam mir Tobi entgegen. Er erzählte mir, dass sein Handy aus dem Bungalow geklaut wurde, welches er während des Tauchens aufgeladen hatte. Der französische Manager Thomas befragte gleich die beiden Putzfrauen und die erzählten ihm etwas von einem kleinen Loch in unserem Badezimmer.

Tobi kam zurück und ein Blick in seinen Rucksack reichte um feststellen zu müssen, dass auch sein Geldbeutel weg war. Der Manager Thomas kam mit seinem Kollegen und schaute sich unseren Bungalow an. Es war aus unserer Sicht unmöglich, über dieses winzige Loch in den Bungalow einzusteigen. Kurz darauf traf der Polizist ein und machte sich ebenso ein Bild von der Lage. Als die beiden Putzfrauen kamen und befragt wurden, sagten sie, dass sie um 14 Uhr den Bungalow gereinigt hatten und dort kein Handy mehr war und sie lediglich das Loch im Badezimmer sahen. Somit stand Aussage gegen Aussage und da wir die Putzfrauen nicht persönlich erwischt haben, war der Fall für den Polizisten erledigt. Es ist wirklich unglaublich, wie die Rechtslage hier ist – es gibt eigentlich gar keine.

Wir suchten die Büsche und Strände ab, in der Hoffnung, dass zumindest der Geldbeutel mit den Kreditkarten und Papieren weggeworfen wurde – leider vergebens. Im Dorf erzählten wir so vielen Leuten wie möglich von dem Diebstahl und baten um Mithilfe. Es waren zwar alle freundlich und hilfsbereit, nur leider konnte niemand Tobi wirklich helfen und er bekam seine Sachen nicht mehr zurück. Das sind die Schattenseiten im Paradies, gerade wenn die Schere zwischen Arm und Reich so groß ist.

Abends gingen wir mit unseren Freunden ins „Fishing Hook“ zum Essen. Dort gibt es jeden Abend Barbecue-Buffet „all you can eat“ für 6 $. Anschließend trafen wir uns mit den restlichen Leuten im „Dragon Fly“ und wollten dort Fußball anschauen. Leider ging der Sender dort nicht her und so zogen wir alle gemeinsam weiter ins „Easy Tiger“ und schauten zusammen die EM-Spiele an.

Gleich nach dem Frühstück ging ich mit Tobi zur Schule, da wir die Lehrerin Tou kennen. Wir baten sie, die Schüler zu befragen, ob jemand etwas von dem Diebstahl mitbekommen oder sogar die Sachen gefunden hatte. Leider war auch dieser Versuch ohne Erfolg und so ging ich weiter zum Tauchen.

Ich hatte zwei schöne Tauchgänge gemeinsam mit Pong und Sean. Bei dem zweiten mussten wir ganz schön gegen die starke Strömung ankämpfen. Da die Tauchgebiete hier sehr flach sind und wir meist nur auf zehn Meter Tiefe waren, ist die Strömung noch stärker spürbar. Das schöne ist, dass auf dem Tauchplatz nie andere Boote sind und es noch viele unbekannte Korallenriffe gibt.

Wir ließen den letzten Abend gemeinsam mit den anderen im „Easy Tiger“ bei Bier und Fußball ausklingen, bevor wir am nächsten Tag zurück aufs Festland fuhren. Wenigstens mussten wir für die Unterkunft und das Frühstück nichts bezahlen, da der Manager Thomas uns die Kosten aufgrund des Diebstahls erlassen hatte.

So fuhren wir in der Früh um 8.30 Uhr mit dem Supply Boot für 5 $ aufs Festland. Die Fahrt dauerte im Gegensatz zu dem Speedboot sehr lange und wir kamen nach über drei Stunden in Sihanoukville an. Da das Speedboot allerdings erst um 10.30 Uhr abfuhr, hatten wir keinen Zeitverlust. Ich genoss die Fahrt auf dem Boot und schaute stundenlang aufs offene Meer raus, während ich von den Wellen immer wieder mit Salzwasser bespritzt wurde. In diesem Moment spürte ich ganz deutlich, dass ich am Meer Zuhause bin und war glücklich über mein neues Leben.

 

Sihanoukville, 18.06. bis 19.06.2016

Als wir am Pier ankamen, fuhr uns der Tuk Tuk-Fahrer in das „Reef Resort“, welches zu unserer Tauchschule gehört. Da das Hotel aufgrund eines Feiertages fast ausgebucht war, mussten wir das Familienzimmer nehmen und konnten den Preis auf 25 $ die Nacht runterhandeln. Wir waren begeistert von unserem riesigen Zimmer mit zwei Betten, einer Küche, einer Couch, einem Fernseher und einem großen Balkon mit Poolblick, was das Geld mehr als wert war.

Nach dem Mittagessen im „Reef Restaurant“ gingen wir gleich zum Strand. Es war so schön mal einen Tag nichts zu machen, außer am Strand zu liegen und im Meer baden zu können. Plötzlich stand Anny vor uns und freute sich riesig, uns wiederzusehen. Wir erzählten ihr von Tobis Diebstahl und sie fühlte gleich mit uns. Später ließen wir uns wie versprochen von ihr am Strand eine halbe Stunde für 4 $ massieren. Da ich seit Beginn meiner Reise das Zupfen meiner Augenbrauen völlig vergessen hatte, übernahm Anny das für einen weiteren Dollar. Ihre Freundin machte sich mit einem Faden über mich her und mir wurde Himmelangst. Anny kümmerte sich mit der Pinzette um die Feinheiten und bevor ich das Ergebnis im Spiegel betrachtete, hatte ich Panik, dass von meinen Augenbrauen nicht mehr viel übrig war. Meine Sorge war unbegründet und ich war mit dem Ergebnis sehr zufrieden.

Das einzig Negative am Strand waren die Sandfliegen, welche sich ständig an uns festsaugten. Diese kleinen Tiere jucken höllisch und hinterlassen lauter rote Punkte am Körper, welche aber nach einem Tag wieder vergehen. Wir betrachteten den Sonnenuntergang mit ein paar Cocktails am Strand, bevor wir die Weiterfahrt buchten.

Nun war es soweit, unsere Wege trennten sich. Tobi steuerte den Weg nach Thailand an und ich nach Vietnam. Diesmal gestaltete sich die Buchung für mich mehr als kompliziert, da ich beschloss, gleich direkt nach Ho Chi Minh City zu reisen. Es gab viele Optionen, aber keine hörte sich wirklich gut an. So stand ich vor der Wahl eine 14-stündige Nachtbusfahrt über Phnom Penh, eine 10-stündige Minivanfahrt über Kampot, oder eine 12-stündige Tagesbusfahrt über Phnom Penh zu buchen. Am Ende entschied ich mich doch für den Tagesbus, da dieser deutlich geräumiger als der Minivan ist. Das Ticket kostete mich 23 $ und wenigstens war die Pick-Up-Zeit dieselbe wie von Tobi. Außerdem habe ich eines in Kambodscha gelernt – die Zeitangaben stimmen nie und komfortabel Reisen ist hier nicht möglich.

Für unser letztes gemeinsames Abendessen suchte ich das vegane Restaurant „Dao“ aus, welches nur zwei Häuser weiter war. Wir bestellten wie immer drei Gerichte und das Essen war vorzüglich. Das werde ich vermissen, wenn ich keinen mehr habe, mit dem ich das Essen teilen kann. Das schönste an der Reise mit Tobi war, dass wir beide Essen lieben und so viele unterschiedliche Speisen wie möglich von der Karte probieren wollten. Jetzt muss ich entweder doppelt so viel essen, oder kann nur halb so viel probieren.

Anschließend gingen wir weiter zum Strand, wo jeden Abend Beach-Partys stattfinden. Wir schlenderten den Strand entlang an den vielen Bars vorbei. Da Samstag und ein Feiertag war, ging es extrem zu. Leider waren die Leute um uns rum auch dementsprechend betrunken und so entschieden wir uns, mit den Drinks direkt ans Meer runter zu gehen. Wir schauten den Jungs bei der Feuershow zu und genossen den letzten Abend. Später gingen wir weiter in eine Bar und bemalten uns gegenseitig mit Leuchtfarben, um Freigetränke zu bekommen.

Am nächsten Morgen wachten wir sehr früh auf, da ein heftiges Gewitter aufzog. Nun war ich doch sehr froh, dass wir bereits an diesem Tag weiterfuhren, da Sihanoukville bei Regen nur halb so schön ist. Nachdem Frühstück wurden wir gemeinsam von dem Shuttle abgeholt und zur Busstation gebracht. Mein Bus kam als Erster an und so hieß es Abschied von Tobi zu nehmen.

Ich danke Tobi für die wunderschöne Zeit, die tollen Erlebnisse und die schönen Eindrücke von unserer Reise durch Laos und Kambodscha. Es ist schön, dass er mich auf einen Teil meines Weges begleitet hat. Da Abschiede nicht für immer sind, freue ich mich auf ein baldiges Wiedersehen – irgendwo und irgendwann auf dieser Welt.

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